Datenschutz mit Firefox

Wer beim Besuch von Internetseiten ein Mindestmaß an Privatsphäre und Vertraulichkeit gewahrt wissen möchte, kann - und sollte - auch im Firefox-Browser einige Einstellungen vornehmen, die bei der Standardinstallation nicht berücksichtigt werden.

Normalerweise merkt sich Firefox alle besuchten Internetadressen 90 Tage in der Chronik. Das ist aber längst nicht alles: Auch Downloads, Cookies, Daten die in Formulare oder Suchbegriffe die in das Sucheingabefeld eingetippt wurden und einiges mehr werden längere Zeit vom Browser gespeichert.

Glücklicherweise kann man dieses alles andere als vertrauliche Verhalten mit wenigen Klicks ändern. Im Menü wählt man dafür unter ‚Extras' die ‚Einstellungen'.


 

Im sich öffnenden Dialog kann man nun unter ‚Datenschutz' allerhand Einstellungen anpassen.

Firefox Einstellungsdialog

Als erstes empfiehlt sich, das oberste Kästchen ‚Chronik' zu deaktivieren. Damit bleibt beim Eintippen einer Internetadresse die lange Liste schon mal besuchter Seiten leer.
Weiter sollten bei den ‚Cookies' solche von Drittanbietern deaktiviert werden. Viele Webportale blenden Werbebanner von Drittanbietern wie z.B. Werbeagenturen auf ihren Seiten ein. Mit den Werbebildchen werden oft Cookies dieser Werbeagenturen mit auf den Rechner geladen. Mit deren Hilfe kann eine Werbeagentur feststellen, welche anderen Werbebanner ihrer Agentur noch bewundert wurden: so werden Benutzerprofile erstellt.

Sinnvoll ist es, die privaten Daten bei jedem Beenden des Browsers löschen zu lassen. Dazu kann man in der untersten Abteilung ‚Private Daten' das entsprechende Kästchen aktivieren. Welche privaten Daten dabei berücksichtigt werden sollen, kann auch ausgewählt werden. So möchte man es dem Browser ggf. erlauben, sich Passwörter für Anmeldeseiten zu merken. Für diese Auswahl klickt man den Knopf ‚Einstellungen'.

Firefox Private Daten löschen

Neben dem Löschen der Chronik empfiehlt sich auch das Löschen des Browser-Zwischenspeichers (Cache). Zur Veranschaulichung diese befremdlich anmutenden Verhaltens soll folgende Anekdote dienen:

Vor einiger Zeit betrat ich das Ladengeschäft eines Computerhändlers meines Vertrauens. Dabei wedelte ich mit einem Ausdruck seiner pdf-Preisliste, die er auf seiner Internetseite zum Download bereitstellte. Wortlos griff er sich das Papier, legte die Stirn in Falten, klickte und tippte konzentriert am Rechner auf dem Ladentresen. Nach etwa zwei Minuten gab er entmutigt auf und erklärte, dass er es nicht schaffe, die aktuelle Version der Preisliste, mit der er am Vortag die alte ersetzt habe, auf seinem Rechner anzeigen zu lassen. Egal was er auch mache, es erscheine stur die alte Version, obgleich er die neue Liste schon mehrfach auf den Server hochgeladen habe.
Zum Glück konnte ich ihm schnell aus der Patsche helfen: Wie wohl den meisten anderen InternetnutzerInnen war ihm unbekannt, dass Browser bereits aufgerufene Internetinhalte zwischenspeichern. Dieses so genannte cachen mag bei langsamen Internetverbindungen sinnvoll sein. Aber insbesondere wenn man öfters die selben Seiten besucht, kann dieses Verhalten dazu führen, dass man nicht die neueste Version der Seiteninhalte zu Gesicht bekommt, sondern veraltete Informationen sieht.

Erwähnt sei an dieser Stelle noch, dass das Löschen der ‚Offline-Website-Daten' die Festplatte von Datenmüll befreit und zudem gut für die Privatsphäre ist. Diese Daten entsprechen bei Microsofts Browser Internet Explorer den berüchtigten "Temporären Internetdateien".

Nachdem die gewünschten Einstellungen vorgenommen wurden, müssen sie noch mit ‚OK' bestätigt werden, der Dialog ‚Private Daten löschen' schließt sich wieder.
Ein Klick auf ‚Jetzt löschen...' in der untersten Abteilung ‚Private Daten'  des Einstellungsdialogs und weg sind alle zuvor zum Löschen ausgewählte Spuren aus dem Internet.
Mit erneutem ‚OK' werden auch die Änderungen, welche im ‚Einstellungen'-Dialog vorgenommen wurden, gespeichert.